Arum maculatum

Aronstabgewächse

Bestimmungsmerkmale:

 

Ein grünes Hüllblatt umgibt den meist braunen Blütenkolben, an dem unten die weiblichen

Blüten und darüber die männlichen sitzen. Der Kolben sendet Aasgeruch aus, der kleine

Fliegen anlockt. Die dringen in den Trichter ein und bestäuben auf diese Weise die Pflanze.

Diese Einrichtung nennt man auch Fliegenkesselfalle. Die Blütezeit ist von April - Mai und

im August - September reifen dann die erst grünen, später roten Früchte heran, die rings um

den Kolben herum sitzen. Die Blätter des Aronstabs sind pfeilförmig und mitunter auch braun

gefleckt. Die Pflanze wird 15 - 50 cm hoch.

Standort und Verbreitung:

 

Aronstab wächst in feuchten Laub- und Laubmischwäldern auf lockerem und

nährstoffreichem Humusboden. Sein Verbreitungsgebiet ist Mittel- und Südeuropa.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome: Die gesamte Pflanze ist giftig und enthält in großen

Mengen Caliumoxalat und den Scharfstoff Aroin. Bei Kindern führen die rotem, süß

schmeckenden Beeren immer wieder zu Vergiftungen, selbst beim Berühren der Pflanze kann

es zu Hautrötung und Entzündungen kommen. Eine Vergiftung bei innerer Aufnahme zeigt

sich durch Entzündungen der Mundschleimhäute und Anschwellen der Lippen, auf der Zunge

und im Rachen kommt es zu schmerzhaftem Brennen. Weiterhin können sich unregelmäßiger Herzschlag, Krämpfe und innere Blutungen einstellen.

 

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

 

In der Allopathie findet der Aronstab Anwendung bei Gastritis und Brustleiden, in der

Homöopathie wird eine chinesisch Aronstabart unter anderem bei Schnupfen und Heiserkeit

eingesetzt.

 

Name:

 

Die Pflanze hieß auch Zehrwurz, Eselsohr, Magenwurz und auch Pfaffenspint. Schon die

alten Griechen nannten das Gewächs Aron, woraus der Gattungsname Arum entstanden ist.

Die Bezeichnung Aronstab verweist auf den Blütenkolben. Der Lateinische Gattungsname

maculatum bedeutet gefleckt, womit er sich auf die Laubblätter bezieht.

 

Geschichtliches:

 

Dioscurides beschrieb schon den Aron und Hippokrates verordnete ihn bei Katarrhen der

Luftwege. Hieronymus Bock empfiehlt die Pflanze bei Lungen- und Brustleiden,

Magenbeschwerden, Frauenkrankheiten, als Wundheilmittel und bei Ohrenschmerzen. Über

ihre Wirkung auf Schlangen schreibt er: “So man mit diser wurzel reuchert / vertreibet sie

Schlangen und allerley unziffer / und so sie mit dem rauch obereilt werden / fallen sie umb als

weren sie todt.” Man wendete die Pflanze

früher auch bei Lungentuberkulose (Schwindsucht) an. Tabernaemontanus bemerkt zum

Aronstab: “Wann die Pestilenz regieret / soll man Aron fleissig in der Speiß gebrauchen /

dann sie widerstehet dem Gifft sehr.” Im Volksglauben sollte der Aronstab in die Wiege der

Kinder gelegt, diese vor Unholden schützen.

 

Der Aronstab ist geschützt!