Colutea arborescens
Schmetterlingsblütengewächse
Bestimmungsmerkmale:
Der Blasenstrauch erreicht eine Höhe von 2 - 5 m. Die gelben Schmetterlingsblüten hängen in Trauben in den Blattachseln, werden etwa 2 cm lang und erscheinen von Juni - August. Bis zu
40 blau-schwarzen Samen sitzen in einer braunen, aufgeblasenen Hülse. Sie wird bis zu 7 cm
lang und 3 cm breit. Durch die lange Blütezeit findet man Blüten und Früchte mitunter
gleichzeitig am Strauch. Die Laubblätter des Blasenstrauches sind unpaarig gefiedert, die Teilblättchen verkehrt eiförmig und an ihrer Spitze ausgerandet.
Standort und Verbreitung:
Der Blasenstrauch stammt aus dem Mittelmeergebiet. Er gedeiht in Wäldern und trockenen Gebüschen in Süddeutschland, Südösterreich und Südeuropa. Die Pflanze wächst vielfach
kultiviert in Gärten, in der Natur ist sie selten anzutreffen.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Blätter und Schoten des Blasenstrauches enthalten Coluteasäure, in seinen Samen und
Blättern findet man einen Bitterstoff. Kinder, die von den Samen essen sind im Besonderen
gefährdet. Eine Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen und Durchfall, außerdem kommt es zu Entzündungen von Magen- und Darm.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Der Blasenstrauch wird heute nicht mehr medizinisch genutzt.
Name:
Der Strauch erhielt seinen Namen durch die aufgeblasene Fruchthülse. Weitere
Bezeichnungen waren Welsche Sennetblätter und Blasensenne. Colutea kommt aus dem
griechischen und heißt Linsenbaum. Der Artname arborescens bedeutet baumähnlich (lat.
arbor - Baum).
Geschichtliches:
In der Antike verwendete man den Blasenstrauch als Viehfutter, da die bitteren Blätter von
Ziegen und Schafen geschätzt wurden. Adam Lonitzer, der die Pflanze Senet nennt, empfiehlt
sie als Abführmittel und er schreibt: “treibt die verbrante Choleram leicht auß / reinigt das
Hirn, kräfftigt das Hertz und Leber. … Senet bringt Freud / und benimt das böse traurige
Geblüt vom Herzen … ist gut wider die Verstopffung der Leber, Miltz und Ohnmächten deß
Hertzen.” In der Volksheilkunde wurde er als Ersatz für Sennesblätter genommen und fand
daher Anwendung als abführendes sowie als harntreibendes Mittel.
Der Blasenstrauch ist geschützt!