Crocus sativus

Schwertliliengewächse

Bestimmungsmerkmale:

 

Der Echte Safran ist eine Zwiebelpflanze. Er trägt violette Blüten, mit 6 aufrechten

Blütenblättern. Auffällig sind die orangegelben Narbenschenkel, die getrocknet das

Safrangewürz ergeben. Die Blütezeit ist von September - Oktober. Die Laubblätter haben eine schmale lineale Form und sind dunkelgrün. Die Pflanze wird bis 15 cm hoch. Der ähnliche Gartenkrokus (Crocus albiflorus) blüht schon im Frühjahr, zeigt aber keine Giftwirkung.

 

Standort und Verbreitung:

 

Die Pflanze stammt aus Westasien und ist in Süd- und Mitteleuropa kultiviert und teilweise

auch verwildert.

 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

 

Die Narben enthalten Crocin und Picrocrocin, aus dem das Safranal, mit seinem typischen

Geruch entsteht. Bei Kindern kann der Verzehr von Safran zu schweren, teilweise tödlichen Vergiftungen führen. Die Symptome einer Vergiftung sind zuerst kurze Erregung mit starkem Lachreiz, danach ein Stadium verminderter Reaktion. Es kommt zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Herzklopfen, Erbrechen, Trübung des Bewusstseins sowie

Sinnestäuschungen.

Der Patient verfällt in Trägheit, das zentrale Nervensystem wird gelähmt, schließlich erfolgt

der Tod. Als tödliche Dosis liegt für Erwachsene bei 10 - 20 g, für Kinder deutlich darunter.

Eine übermässige Anwendung von Safran als Gewürz und Färbemittel von Speisen

(insbesondere Suppen, Soßen und Kuchen) kann ebenfalls zu Vergiftungserscheinungen

führen. Selbst nach dem Einatmen des Blütengeruchs sind Kopfschmerzen, heitere Bewusstseinstrübungen, Lähmungen und Schlaf nicht ausgeschlossen.

 

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

 

Safran spielt im Wesentlichen als Gewürz und als Lebensmittelfarbstoff eine Rolle. In der Homöopathie wird er noch bei Menstruationsstörungen und bei verschiedenen

Krampfzuständen eingesetzt. Safran ist die teuerste Pflanzendroge. Zur Gewinnung von 1

Kilo Safran benötigt man etwa 15000 Blüten und 1 g ist noch in der Lage 100 Liter Wasser

stark gelb zu färben.

 

Name:

 

Die deutsche Bezeichnung Safran stammt vom arabischen Wort safran oder safara für hervorragend, glänzend. Der Gattungsname Crocus entstand aus dem griechischen krokos für

Faden, womit er auf die Blütennarben Bezug nimmt. Der Artname sativus ist lateinisch und

bedeutet angebaut.

 

Geschichtliches:

 

Safran wurde schon im berühmten Papyrus Ebers (ca. 1600 v. Chr.) genannt und auch in

Bibel, nämlich im Hohelied Salomons, wird das Gewürz karkom erwähnt. Im alten

Griechenland und auch in Rom kannte man die Pflanze und verwendete sie als Heil- und

Färbemittel. Im alten Rom soll mit Safran der Randstreifen der Toga, die Kleidung des

Magistrats, gefärbt worden sein. Safran wurde auch verfälscht angeboten und der Käufer mit

einer minderwertigen Droge betrogen. Dioscurides empfiehlt den Safran als Mittel um den

Harn zu Treiben, bei Augenfluss und Frauenleiden. Er warnt aber auch vor seiner Giftigkeit.

 

Auch Hieronymus Bock weiß über den Safran zu berichten: “Saffran

… dienet derhalben zu aller Schwachheit des Herzens / … / jagt unnd vertreibet das Gifft vom

herzen / würt nit unbillich für die Pestilenz genüzt. Andere lehren wann Saffran mit süssem

Wein gedrunken werd / soll die trunckenheit vertreiben.” Tabernaemontanus empfiehlt den

Safran bei Erkrankungen von Leber, Nieren, gegen die Pest und als Mittel zur Geburtshilfe.

Ferner schreibt er: “Kränz von Saffransblumen gemachet / und auf dem Haupt getragen / und

daran gerochen / bringen den Schlaff.” Und über Saffranwasser: “Diß Wasser wird auch zu

andern geschwollenen gifftigen Wunden gebraucht / auch wider Biß und Stich gifftiger Thier

/ sonderlich den Schlangen …”