Lonicera caprifolium
Geißblattgewächse
BestimmungsmerkmaleDas Echte Geißblatt ist eine Kletterpflanze, die bis zu 4 m hoch wird. Die Blüten sind gelblich
bis weiß, oft rötlich überlaufen und stehen zu sechst in Quirlen. Am Abend verströmen sie
einen starken, wohlriechenden Geruch. Die Blütenquirle sitzen auf den oberen Blättern. Die gegenständigen Blätter haben eine elliptische Form, die oberen umwachsen kreisförmig den
ganzen Stengel. Die Blütezeit ist von August-September, im Herbst reifen die roten,
erbsengroßen Früchte heran. Ähnlich ist auch das Deutsche Geißblatt (L.periclymenum).

Standort und Verbreitung:

Das Echte Geißblatt kommt aus Südosteuropa und findet sich bei uns vielfach als
Gartenpflanze. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Für die Giftigkeit des Geißblattes sind wohl Saponine verantwortlich. Besonders Kinder sind
gefährdet, wenn sie die roten Beeren zu sich nehmen. Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen
und Durchfälle, die aber erst nach dem Verzehr größerer Mengen Beeren auftreten.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung: Das Echte Geißblatt wirkt schweiß- und
harntreibend, wird aber heutzutage nicht mehr genutzt, da eine Dosierung ohne einhergehende Vergiftungserscheinungen nicht möglich ist.

Name:

Die Pflanze erhielt den Namen Geißblatt, da sie wie eine Geiß klettert. Den Gattungsnamen
Lonicera gab ihr Linne im Andenken an den Arzt Adam Lonitzer (1528-1586), der ein
bekanntes Kräuterbuch geschrieben hatte. Der Artname caprifolium bedeutet geißblattartig.

Geschichtliches:

Volksheilkundlich wurden die Blüten als harn- und schweißtreibendes Mittel eingesetzt. Man
bereitete auch einen Sirup, der hustenstillend und Galle treibend wirkte. Die Patienten erlitten allerdings leichte Vergiftungen, worauf sie sich übergeben mussten und dadurch
Erleichterung
verspürten.