Ranunculus
sp. Hahnenfußgewächse
Bestimmungsmerkmale:Zu den giftigen Hahnenfußarten gehören Scharfer Hahnenfuß (R. acris), Brennender
Hahnenfuß (R. flammula), Knollenhahnenfuß (R. bulbosus) und Gifthahnenfuß (R.
sceleratus). All diesen Arten gemeinsam sind die goldgelben Blüten mit ihren 5
Blütenblättern. Der Scharfe Hahnenfuß hat handförmige Grundblätter, die 5 - 7 fach geteilt
sind. Sein Stengel ist meist leicht behaart. Die Pflanze wird 30 - 80 cm hoch und blüht von
Mai - September. Der Brennende Hahnenfuß besitzt ungeteilte, lanzettliche Blätter. Sein
Stengel ist dick und erreicht eine Höhe von 15 - 50 cm. Er blüht von Juli - Oktober. Der Knollenhahnenfuß hat einen, an seiner Unterseite verdickten Stengel und dreizählige,
mitunter auch doppelt dreizählige, langgestielte Blätter. Die Kelchblätter (unterhalb der
Blüte) sind zurückgeschlagen und liegen am Stengel an. Die Pflanze wird 15 - 30 cm hoch
und blüht von Mai - Juli. Der Gifthahnenfuß schließlich hat im Vergleich zu seinen
Artgenossen recht kleine, nur etwa 1 cm große Blüten. Die Blätter sind fleischig, wovon die
unteren dreiteilig und die oberen ungeteilt sind und eine lanzettliche Form haben. Der Stengel
ist hohl und längsfurchig. Die Pflanze ist, entsprechend ihrem Standort, in der Höhe sehr
variabel. Sie wird 10 - 100 cm groß. Der Gifthahnenfuß blüht von Mai - September.
Standort und Verbreitung: Der Scharfe Hahnenfuß wächst auf Wiesen und Weiden, sowie auf feuchten und stickstoffhaltigen Lehmböden.
Er bildet auf Weiden Inseln, da er vom Vieh nicht gefressen wird. Der Brennende Hahnenfuß
braucht nasse, teilweise überschwemmte Böden. Er ist daher an Ufern, Seen und Mooren anzutreffen. Sein Vorkommen ist zerstreut. Den Knollenhahnenfuß findet man auf trockenen, kalkhaltigen Wiesen und Lehmböden. Der seltene Gifthahnenfuß wächst an Tümpeln
und Teichen, sowie an langsam fließenden Gewässern.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Hahnenfuß enthält als wichtigsten Wirkstoff das Protoanemonin. Dieser Stoff wirkt stark
reizend auf Haut und Schleimhäute. Durch Pflücken von Hahnenfuß und auch durch Liegen
auf den Pflanzen, z.B. beim Baden, kann es zur so genannten Wiesendermatitis kommen.
Haut, die mit dem Gift in Verbindung kommt rötet sich, brennender Schmerz und Blasen
treten auf. Das Gift ist auch in der Lage durch die Haut in den Körper einzudringen. Bei
innerer Aufnahme erfolgen Brennen im Mund und im Rachen, Reizungen der Magen- und Darmschleimhäute, Krämpfe und Durchfälle. Als weitere Folge der Vergiftung können auch Nierenentzündung und, in schweren Fällen, auch Störungen des Nervensystems und
Lähmungen (Atemlähmung) auftreten.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
In der Homöopathie nutzt man eine Essenz aus dem Knollenhahnenfuß bei
Hauterkrankungen, z.B. bei Gürtelrose, bei Brustfellentzündung sowie bei Blasen- und
Nesselsucht.
Name:
Die Pflanze trägt auch sehr häufig den Namen Butterblume. Der Name Hahnenfuß entstand
durch die Blätter der Pflanze, die Ähnlichkeiten mit den Zehen von Hähnen aufweisen. Der Gattungsname Ranunculus ist die Verkleinerungsform des lateinischen Wortes rana für
Frosch, da viele Hahnenfußarten mit Fröschen zusammen an Teichen und Tümpeln
vorkommen. Der lateinische Artname acris des Scharfen Hahnenfußes bedeutet scharf,
beißend und bezieht sich auf den scharfen Geschmack dieser Pflanze. Der Artname des
Brennenden Hahnenfußes, flamula, heißt wie Feuer brennend und verweist im
wissenschaftlichen, wie im deutschen Namen auf den scharfen Saft, den
die Pflanze enthält. Der Knollenhahnenfuß trägt den Artnamen bulbosus. Dieser kommt vom lateinischen bulbus für Knolle und nimmt somit darauf Bezug. Sceleratus, der Artname des Gifthahnenfußes, bedeutet übersetzt verbrecherisch, womit er auf die Giftigkeit dieser Art
verweist.
Geschichtliches:
Der Knollenhahnenfuß und der Gifthahnenfuß waren früher anerkannte Heilpflanzen. Man verwendete sie bei Gicht und Rheuma. Der Scharfe Hahnenfuß wurde zur Behandlung von
Warzen benutzt und findet in verschiedenen Kräuterbüchern Erwähnung. Tabernaemontanus empfiehlt Hahnenfuß außerdem bei der Pest, gegen Hüftschmerzen und Augenleiden. Er
schreibt auch über die Bettler die sich mit den Pflanzen Geschwüre zufügen “womit sie die
leut betriegen” und “desto mehr Gelt sammeln mögen.”