Heracleum mantegazzianum
Doldengewächse
Bestimmungsmerkmale:Die Herkulesstaude ist ihrer Größe wegen eine kaum zu verwechselnde Pflanze. Sie erreicht gewöhnlich 2,5 - 3,5 m, kann aber auch noch größer werden. Ihre weißen Blüten stehen in
Dolden, die bis zu 50 cm Durchmesser erreichen. Der ca. 10 cm dicke Stengel ist rotfleckig
und die Laubblätter dreizählig. Die Pflanze blüht von Juni - September. Ähnlich im Aussehen
und in der Wirkung ist der Wiesen-Bärenklau (Heracleum spondylium), er wird aber nur ca.
120 cm hoch.
Standort und Verbreitung:
Die aus dem Kaukasus stammende Pflanze wird bei uns als imposante Garten-pflanze
gehalten und findet sich auch verwildert an Wald- und Wegrändern. Sie ist fast in ganz
Europa verbreitet, man findet sie bis nach Skandinavien.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die gesamte Pflanze und vor allem der Saft enthalten Furocumarine. Dieser Giftstoff wirkt
bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung entzündlich auf die Haut. Gefahr besteht insbesondere
für Kinder, die mit den Pflanzen spielen, sie abschlagen oder abbrechen und auf diese Weise Hautkontakt mit dem Pflanzensaft bekommen. Die Entzündungen jucken stark, bilden auch
Blasen und entsprechen Verbrennungen dritten Grades. Sie heilen oft erst nach Wochen ab
und hinterlassen auch Narben. Familien mit Kindern sollten die Herkulesstaude nicht
anpflanzen oder sie insbesondere bei Sonnenschein meiden.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Herkulesstaude wird medizinisch nicht genutzt. Der verwandte Wiesen-Bärenklau wirkt blutdrucksenkend und Verdauungsfördernd.
Name:
Den Namen erhielt diese Pflanze ihrer außergewöhnlichen Größe wegen. Sie wird auch
Riesen- Bärenklau und Herkuleskraut genannt. Den Gattungsname Heracleum bekamen die Pflanzen nach Heracles, der ihre Heilwirkung entdeckt haben soll.
Geschichtliches:
Die Herkulesstaude kam im Jahre 1890 nach Europa. Völker in Osteuropa und Nordasien
stellten aus dem Wiesen-Bärenklau früher Bier her.