Sambucus
sp. Geißblattgewächse
Bestimmungsmerkmale:2 Holunderarten sollen uns interessieren, nämlich einmal der Schwarze Holunder (Sambucus
nigra) und der Traubenholunder (Sambucus racemosum). Der Zwergholunder (Sambucus
ebulus), früher als giftig angesehen, gilt nach neueren Untersuchungen und Erfahrungen als
ungiftig. Der Schwarze Holunder trägt seine weißen, duftenden Blüten in schirmähnlichen
Dolden. Blütezeit ist von Juni - Juli. Die Früchte werden zur Reife schwarz und hängen
deutlich über. Der Strauch hat eine rissige, braungraue Borke, in den Zweigen findet man
weißes Mark. Der Traubenholunder trägt grünlich gelbe Blüten in aufrechten Rispen, auch sie
duften stark, blühen aber schon von April - Mai. Die Beeren sind im Gegensatz zu denen des Schwarzen Holunders rot gefärbt. Das Mark der Äste ist gelblich braun. Beide Arten haben gefiederte Laubblätter. Die Sträucher werden gewöhnlich 3 - 4 m hoch, der Schwarze
Holunder kann aber auch bis zu 10 m hoch wachsen.

Standort und Verbreitung:

Der Schwarze Holunder ist vorwiegend in Gärten zu finden, er gedeiht aber auch in
Gebüschen und Wäldern auf stickstoffhaltigem Humusboden. Der Traubenholunder wächst in Wäldern und Gebüschen in Berggegenden und benötigt kalkarmen, steinigen Boden.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

Das Schwarze Holunder enthält in den Blätter und zum Teil auch in seinen Früchten
Sambunigrin. In den Samen und Beeren beider Arten findet sich ein harziger Stoff. Kinder
sollte man vor dem Verzehr der unreifen Beeren warnen. Die Folgen wären Erbrechen,
teilweise starke Durchfälle sowie Magenbeschwerden.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

Die Holunderblüten wirken schweißtreibend, fiebersenkend und schleimlösend. Sie sind in
vielen Erkältungstees enthalten. Holunderbeeren sind reich an Vitamin C und A.

Name:

Im althochdeutschen wurde der Strauch holuntar genannt. Holuntar setzt sich zusammen aus
hol für hohl sowie aus dem Wort tar für Baum und könnte auf die hohlen, mit Mark gefüllten
Zweige hinweisen. Weitere Bezeichnungen für den Schwarzen Holunder waren Holder
(holder = Brechholz, der Brüchigkeit der Zweige wegen), Holderbusch, Holderstock, Flieder
und Kelkenbusch. Den Traubenholunder nannte man auch Hirschholder, Roter Holunder und Berg-Holunder. Die Herkunft des Gattungsnamens Sambucus ist unsicher. Er könnte sich von
sambyx für rot, seines roten Saftes wegen ableiten, möglicherweise stammt er aber von einem persischen Saiteninstrument der symbyke oder sambuca das man aus dem Holz des Holunders herstellte. Der Artname niger bedeutet schwarz, womit er sich auf die Farbe der Früchte
bezieht, racemosa verweist auf den Fruchtstand und heißt traubig.

Geschichtliches:

Schon in der Jungsteinzeit sollen die Beeren des Holunders als Nahrungsmittel
gedient haben. In der Antike und im Mittelalter galt die Pflanze als wichtige Arznei.
Hippokrates, Theophrast, Dioscurides und Plinius kannten ihre Wirkung und setzten sie als
Heilmittel ein. Dioscurides beispielsweise empfiehlt die Pflanze bei Wassersucht, als
Abführmittel, bei Augenkrankheiten gegen Schlangen- und Hundebisse und auch als
Haarfärbemittel. Hieronymus Bock weiß zu berichten: “Holder inn leib genüzt / ist einer
krefftigen außtreibenden Natur… / treibt auß die Wassersucht mit gewalt /… Etliche machen
ein guten Essig aus Holder blüet.”