Aristolochia clematitis

Osterluzeigewächse

Bestimmungsmerkmale:

 

Die Osterluzei trägt ihre gelben Blüten zu 2 - 8 Stück in den Achseln ihrer Blätter. Sie ähneln

einem Trichter und sind Fliegenkesselfalle. Kleine Fliegen werden von den Blüten angelockt, rutschen in den Trichter und bestäuben auf diese Weise die Pflanze. Die Blütezeit ist von Mai

- Juni. Die Blätter sind herzförmig und der Stengel der Pflanze leicht gewunden. Sie wird 30 -

100 cm hoch.

 

Standort und Verbreitung:

 

Die Osterluzei wächst in Weinbergen, an Wegen und an Mauern, auch in Auwäldern ist sie zu finden. Sie braucht warmen, kalkhaltigen Boden. Die Pflanze stammt aus

demMittelmeergebiet und ist bei uns verwildert. Man findet sie nur selten.

 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

 

Die gesamte Pflanze, vor allem aber Wurzel und Samen enthalten Aristolochiasäure. Eine

Vergiftung zeigt sich in Erbrechen sowie in Magen- und Darmbeschwerden. Es kommt auch

zu Blutdrucksenkung und zur Pulsbeschleunigung. Bei starker Vergiftung kann Atemlähmung

zum Tod führen. Vergiftungen mit der Pflanze sind allerdings kaum zu befürchten und auch

nicht bekannt.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

 

Die Osterluzei ist eine alte Heilpflanze. Sie wird zur Wundbehandlung und auch bei

chronischen Geschwüren verwendet. Innerlich wirkt sie bei Menstruationsbeschwerden, bei

Rheuma und Arthritis. Sie wurde zur Einleitung der Geburt verwendet, galt daher aber auch

als Abtreibungs- mittel wodurch leicht Vergiftungen möglich waren.

 

Name:

 

Der griechische Gattungsname Aristolochia setzt sich zusammen aus den Worten aristos für

das beste und lockheia für Geburt. Er weist somit auf die Verwendung der Pflanze als Mittel

zur Geburtsförderung hin. Die deutsche Bezeichnung der Pflanze ist aus dem griechischen Gattungsnamen entstanden. Der Artname clematitis stammt von dem griechischen Wort

klema für Ranke und bezieht sich auf die Wuchsform der Osterluzei.

 

Geschichtliches:

 

Schon die Ägypter nahmen Pflanzen der Osterluzei-Gattung bei Schlangenbissen und ebenso Dioscurides, der die Pflanze auch als Geburtsmittel und bei Frauenleiden empfahl. Im

Mittelalter beschrieb Hieronymus Bock dieselben Eigenschaften der Osterluzei und lobte

außerdem ihre Wirkung als Wundheilmittel. Bei Tabernaemontanus lesen wir unter anderem:

“Es brauchen die Schmied diß Kraut gar sehr zu den schaden der Pferden. Wann ein Pferd

verwundet / oder vom sattel gedruckt sind / sträuen sie diß Pulver von der Wurzel ein. … Wo

einer in scharffen Spreissen / Dorn / Nägel / und dergleichen getreten hätte / der netze

Tüchlein in diesem Wasser / legs über / bringet den Schaden zu Eyter /

und machet ihn ausschweren.” Matthiolus schreibt über die Heilkräfte der Pflanze: “… sind

gut für gifft und Pestilenz. Werden derhalbe auch dem Theriak* zugethan. Sie heylen auch die Schlangenbiss.” damals übliches Gegengift