Paeonia officinalis

Pfingstrosengewächse

Bestimmungsmerkmale:

 

Die roten Blüten der Pfingstrose erscheinen von Mai - Juni und sind auffällig groß. Sie

erreichen einen Durchmesser von 12 cm und ihre Kronblätter werden 5 - 8 cm lang. Die

Blüten stehen einzeln auf den Stengeln. Die Laubblätter sind 2 - 3fach gefiedert und erreichen

eine Länge von 40 - 80 cm. Die gesamte Pflanze wird 50 - 100 cm hoch. Die Pfingstrose gibt

es auch in verschiedenen Zuchtvariationen, die weiße oder rosafarbene Blüten hervorbringen.

 

Standort und Verbreitung:

 

Die Pflanze wächst wild in Südeuropa und in den Südalpen bis zu einer Höhe von 1700 m.

Man findet sie am Gardasee, im Tessin und in Südtirol. Sie wird in den verschiedensten

Formen als Gartenpflanze gezogen.

 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

 

Die Pfingstrose enthält unter anderem das Alkaloid Paeonin. Die Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Magen- und Darmbeschwerden mit Durchfall und Koliken.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

 

Die Pfingstrose wird in der Homöopathie bei Hämorrhoiden verwendet.

 

Name:

 

Ihrer Blütezeit und ihrer Ähnlichkeit mit Rosenblüten wegen heißt sie Pfingstrose. Den

Namen Paeonia erhielt die Pflanzengattung in Erinnerung an den Arzt Paion, der in der

griechischen Sage den durch Herakles verwundeten Hades heilte. Der Artname officinalis

verweist auf den Gebrauch der Pfingstrose als Arzneipflanze.

 

Geschichtliches:

 

Arten der Päonia-Gattung galten im Mittelmeerraum als magische Pflanzen. So wird in der griechischen Mythologie berichtet, daß Virbios, nachdem er erst durch das Pferd seines

Vaters Theseus zu Tode gekommen war, durch Diana mit einer Päonie wieder zum Leben

erweckt wurde. Man glaubte auch, die Pflanzen könnten Krankheiten heilen, die durch den

Einfluß des Mondes entstanden wären. So wurden die Päonien der Erdgöttin Hekate geweiht,

die mit dem Mondmythos in Zusammenhang gebracht wurde. Auch bei Dioscurides wird die Pfingstrose erwähnt. Er empfiehlt sie bei Frauenleiden und bei Blasen- und Nierenschmerzen. Tabernaemontanus schreibt ebenfalls ausführlich über die Heilkräfte der Pflanze und bemerkt außerdem: “Solche Wurz auch am Hals getragen / vertreibt alle nächtliche Gespenst / so im

Schlaff unruhig machen.” Man verwendete die Wurzel auch gegen Epilepsie.

 

Die Pfingstrose ist geschützt!