Ipomoea purpurea
Windengewächse
Bestimmungsmerkmale:
Die Prunkwinde ist eine Kletterpflanze, die 2 - 3 m hoch rankt. Ihre trichterförmigen Blüten
sind erst rot, verfärben sich dann blau und erscheinen vom Juli bis in den Oktober. Der Durchmesser der Blüten beträgt 8 - 10 cm, der Schlund ist oft weiß. Die Laubblätter sind herzförmig bis eiförmig und laufen vorne spitz zu.
Standort und Verbreitung:
Die Prunkwinde stammt aus Mexiko und ist hier eine beliebte Kletterpflanze in den Gärten.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Pflanze enthält Lysergsäureamid, in Gift, das in ähnlicher Form auch im Mutterkorn
enthalten ist. Für Kinder stellen die Samen eine Gefahr dar. Der Giftstoff ruft
Sinnestäuschungen (Halluzinationen) hervor. Die Rauschzustände sind hypnoseähnlich. Die
Wirkung ist entsprechend der Art und dem Reifezustand der Früchte stark unterschiedlich, so
dass keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden können.
Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Die Wurzelknollen von Ipomoea batatas werden als Süßkartoffeln (Batate) vor allem in
Südeuropa als Kartoffelersatz gegessen.
Name:
Ihrer Blütenpracht wegen nannte man die Kletterpflanze Prunkwinde. Der Gattungsname setzt
sich aus den griechischen Worten ips für Wurm und homoios für ähnlich zusammen, bedeutet
somit wurmähnlich und bezieht sich auf ihre Eigenschaft als windende Pflanze. Der Artname
purpurea bedeutet purpurn bzw. rot.
Geschichtliches:
Die Samen der Prunkwinde wurden von den mexikanischen Eingeborenen als Rauschmittel verwendet. Sie stellten daraus ein Getränk her, das sie Piule nannten. Mit diesem Getränk
glaubten sie Kontakt zu Verstorbenen zu bekommen; Piule wurde daher auch als
Wahrheitstrank und Orakel benutzt. Im Jahre 1629 kam die Prunkwinde nach Europa.