Consolida sp., Delphinium

sp. Hahnenfußgewächse

Bestimmungsmerkmale:

 

Die am häufigsten wild wachsende Ritterspornart ist der Feld-Rittersporn (Consolida regalis).

Er trägt seine violetten (selten auch weißen) Blüten in einer endständigen Traube. Auffällig ist

der bis zu 2,5 cm lange Blütensporn. Die Pflanze blüht von Mai - September. Der Stengel ist

stark verästelt, die Laubblätter sind mehrfach geteilt und bestehen aus schmalen, etwa 1 mm

breiten länglichen Zipfeln. Feld-Rittersporn erreicht eine Höhe von 20 - 40 cm. Der Hohe Rittersporn (Delphinium elatum) wächst meist aufrecht und hat handförmig geteilte Blätter.

Ferner unterscheiden wir verschiedene Zuchtarten (Delphinium x cultorum und Consolida

ajacis), die blaue, rote und auch weiße Blüten tragen. Diese Formen werden bis zu 2 m hoch.

Standort und Verbreitung:

 

Der Feldrittersporn wächst an Wegrändern und Äckern in Mittel- und Südeuropa und ist

selten geworden. Den Hohen Rittersporn findet man ebenfalls selten in lichten Wäldern der

Alpen. Sehr beliebt sind die verschiedenen Gartenformen, wenn auch Familien mit Kindern

sie besser nicht anpflanzen sollten.

 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

 

Rittersporn enthält giftige Alkaloide, die in ihrer Form denen des Eisenhutes ähneln, aber eine schwächere Wirkung zeigen. Besonders Kinder sind gefährdet, die Samen oder Blätter

unserer Gartenformen zu sich nehmen. Die Vergiftungserscheinungen sind Magenreizungen

mit Durchfall, Bewegungsstörungen und nervöse Symptome. Die Giftstoffe greifen auch die Herzmuskulatur an und erzeugen Hautreizungen.

 

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

 

Rittersporn findet heute keine medizinische Anwendung mehr. Früher nutzte man seine harn-

und wurmtreibende Wirkung.

 

Name:

 

Ihren deutschen Namen erhielt der Rittersporn seines langen Blütensporns wegen. Weitere Bezeichnungen waren Hornkümmel, Lerchenklau, Adebarsnibben und Kreienfot. Der

Gattungsname, bzw. der Artname Consolida kommen vom lateinischen consolidus für fest. Delphinium stammt aus dem griechischen und soll auf die Ähnlichkeit der Rittersporblüte mit

dem Delphin hinweisen. Die Artnamen regalis und elatum sind lateinischen Ursprungs.

Regalis heißt königlich und elatum bedeutet hoch.

 

Geschichtliches:

 

Dioscurides beschreibt eine Ritterspornart als Gegengift sowie als Mittel zur

Empfängnisverhütung, und über eine andere Art lesen wir, dass sie in der Lage sei Skorpione

zu lähmen, wenn man ihnen das Kraut vorhält oder es auf sie drauf legt. Im Mittelalter galt

die Pflanze als Wundheilmittel und als Heilkraut bei Augenleiden. Hieronymus Bock

empfiehlt die Pflanze ferner gegen Harnsteine und auch als Gegengift bei Schlangenbissen.

Auch bei Tabernaemontanus ist vermerkt: “Alle rechtgeschaffene Wundärzte brauchen auch

die Rittersporen zu ihren Wundtränken … Ein guter Tranck für die grossen Wurm im Leibe /

die sonst mit keiner Arzney können oder mögen ausgetrieben werden … Der Safft von

Rittersporen in die Geschwär der Augenwinckel gethan / reiniget und heilet dieselben.”

Der Rittersporn ist bedroht!