Aesculus hippocastanum

Roßkastaniengewächse

Bestimmungsmerkmale:

 

Die Roßkastanie wächst als Baum und erreicht Höhen von 10 - 20 m. Ihre weißen Blüten

stehen in einer pyramidenförmigen Rispe und haben rote Flecken. Die Blütezeit ist von April

bis Mai. Die braunen Samen nennen wir Kastanien, sie stecken in einer stacheligen grünen

Frucht, die zur Reifezeit aufplatzt. Roßkastanienblätter sind fingerförmig und werden bis zu

20 cm lang. Ein ähnlicher Baum ist die Rotblühende Roßkastanie (Aesculus pavia).

Standort und Verbreitung:

 

Man findet den Baum in ganz Europa. Er wird bei uns als Straßen- und Park-baum

angepflanzt. Vielfach wächst sie auch verwildert.

 

Giftstoffe, Wirkung und Symptome:

 

Die unreifen Samen sowie die grüne Schale enthalten Saponine, ferner finden sich in der Roßkastanie verschiedene Glycoside. Gefährdet sind vor allem Kinder, die von den

gesammelten Kastanien essen. Wenn es auch beim ersten Mal nur zu recht harmlosen

Reizungen von Magen und Darm kommt, so kann der wiederholte Verzehr von Kastanien

innerhalb weniger Tage zu stärkeren Symptomen führen, da dann die Magen- und Darmschleimhäute bereits entzündet sind. So kommt es zu Erbrechen, Durchfällen und

Unruhe. Der Patient wird auch von starkem Durst und durch Sehstörungen geplagt.

 

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:

 

Man verwendet flüssige Roßkastanienextrakte bei Venenerkrankungen (Krampf-adern), bei Hämorrhoiden sowie bei Durchblutungsstörungen.

 

Name:

 

Der Name Aesculus wurde im alten Rom für die Immergrüne Steineiche benutzt. Linne

wählte diese Bezeichnung dann als Gattungsnamen für die Roßkastanie. Der Artname hippocastanum setzt sich aus den Worten hippos für Pferd und kastanon für Kastanie

zusammen und bezieht sich auf die Verwendung der Früchte als Viehfutter. Man gab sie den Pferden auch als Mittel bei Atemwegs- erkrankungen. Darauf führt sich wohl auch der

deutsche Name zurück, möglicherweise aber auch auf die Minderwertigkeit der Roßkastanie gegenüber der Eßkastanie. Weitere Bezeichnungen für den Baum waren Pferdekastanie, Säukestene, Wilde Kestene sowie Kastangel und Keschte.

 

Geschichtliches:

 

Im Jahre 1615 führte man die Roßkastanie, die ihre Heimat im nördlichen Balkan hatte, als

Zierbaum in Frankreich ein. 1720 wurde die Rinde als Fiebermittel und Chinarindenersatz

von der Pariser Akademie vorgeschlagen. Man nutzte sie damals auch als Mittel bei

Verdauungsstörungen.